Sehr geehrte Genossenschafterinnen
Sehr geehrte Genossenschafter
Nach dem deutlichen JA zum neuen Energiegesetz im Jahr 2024 wartete die e-nottwil auf die Verordnung zum neuen Gesetz. Wie bereits im letzten Jahresbericht erwähnt, wurde unter anderem grosse Hoffnung in die vereinfachte Weitergabe von Solarstrom über das öffentliche Netz gesetzt. Warum? Auswertungen zeigen, dass bei grossen Anlagen der produzierte kWh-Preis günstiger wird. Der einfache Grund dafür ist, dass die Grundkosten, wie Administration, Gerüstbau, Absturzsicherung, Anfahrtswege usw., bei einer Anlage mit 40 oder mit 80 Panels etwa gleich hoch sind. Fazit: Eignet sich eine Fläche für eine Solaranlage wird es sich in den meisten Fällen lohnen, eine möglichst grosse Anlage zu bauen. Voraussetzung ist ein hoher Eigenverbrauch sowie der Weiterverkauf des «überflüssige» Stroms zu einfachen und tragbaren Bedingungen, da die Einspeisevergütung ins öffentliche Netz nach wie vor unberechenbar ist.
Die e-nottwil hat sich intensiv mit der Thematik vZEV (virtueller Zusammenschluss zum Eigenverbrauch) befasst. Wir mussten feststellen, dass das Modell für Netzbetreiber wie für Betreiber einer PV-Anlage neu ist und wichtige Fragen teilweise auch vom Netzbetreiber nicht spontan beantwortet werden konnten. Mit grossem Aufwand wurde ein Pilotprojekt für ein solchen Zusammenschluss gestartet. Die Auswertungen über eine längere Zeit werden zeigen, ob Aufwand und Ertrag stimmen und die Erwartungen aller Beteiligten erfüllt werden können.
Ein weiteres Modell zur Weitergabe von Strom ist das LEG, «Lokale Elektrizitätsgemeinschaften», welches ab 2026 möglich ist. Auch hier werden genaue Beobachtungen und Abklärungen die Grundlagen für eine Umsetzung bei geplanten und bestehenden Anlagen liefern müssen.
Das Jahr 2025 war ertragsmässig trotz viel Nebel in den Herbstmonaten leicht besser als das Jahr 2024. Total wurden von den drei Anlagen 147'575 kWh Solarstrom produziert, gegenüber 141'727 kWh im Jahr 2024. Zum Vergleich: gemäss energieschweiz verbraucht ein 4-Personen Haushalt je nach Wohnsituation (Warmwasser/Heizung) ca. 3'000 bis 4'000 kWh pro Jahr. Somit haben die Anlagen Solarstrom für ca. 40 Haushalte produziert!
An den Verwaltungssitzungen stand in erster Linie die Umsetzung der neuen Gegebenheiten (vZEV und LEG) im Vordergrund; bei bestehenden, aber auch beim Bau von geplanten Anlagen. Wir suchen Lösungen in den nicht einfachen Herausforderungen. Ganz herzlichen Dank meinen Teamkollegen! Wir «kämpfen» weiter.
Der Albert Koechlin Stiftung danken wir für die jeweils im Herbst durchgeführte, interessante ERFA-Sitzung. Sie findet traditionsgemäss im Restaurant Sowieso in Luzern statt.
Im Berichtsjahr mussten wir auch die Demission von Robert Dal Pian, Kassier und Verwaltungsmitglied der ersten Stunde entgegennehmen. Er hat auf die GV 2026 seinen Rücktritt bekanntgegeben. Robert hat sich mit sehr viel Herzblut an den Aufbauarbeiten für die e-nottwil eingesetzt. Wir verstehen den Entscheid und hoffen, dass sich Robert ab sofort in etwas ruhigeren Gewässern bewegen kann und auf eine interessante, lehrreiche und stromgeladene Zeit zurückblicken wird. Danke Robert!
Zum Schluss: Die e-nottwil produziert Strom, trotzdem gilt das Zitat von Bertrand Piccard aus dem Buch «mit der Sonne um die Welt»:
« … die Menschheit sollte darum bemüht sein, ihren Energieverbrauch zu reduzieren, statt es darauf anzulegen, immer mehr Energie zu produzieren … »
Marcel Morf, Präsident
Nottwil, im März 2026
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